Mittwoch, 21. Dezember 2011

41 - Leselust


Je näher in den letzten Tagen die Ferien kamen, desto mehr Zeit hatte ich, um ein bisschen zu lesen. Ich lese gerne. Aber leider sind die meisten der Bücher, die ich anfasse, von der Schule vorgeschriebene Lektüren und auch ansonsten habe ich einfach keine Lust fünf Minuten zwischen Tür und Angel in ein Buch reinzuschauen, um es dann wieder wegzulegen, weil eigentlich noch ein Berg Arbeit auf mich wartet. 
Ich habe mir also ein schönes Buch ausgesucht und ich wurde nicht enttäuscht. Bücher sind schön. Bücher nehmen einen mit in andere Welten. Bücher erzählen über Dinge, die man selbst nicht erlebt hat, aber über die man im Nachhinein Bescheid weiß. 
Mein Buch hat über Wörter erzählt. Wie wichtig sie und vielseitig einsetzbar sie sind. Um es mit den Worten der Autorin Marie-Sabine Roger zu sagen:


"Wörter sind wie Schachteln, in die man seine Gedanken einsortiert, um sie den anderen besser präsentieren und verkaufen zu können. [...] wobei eigentlich nicht die Verpackung zählen sollte, sondern das, was man reinsteckt. Es gibt wunderschöne Päckchen, wo nichts als Dreck drin ist und andere, die ungeschickt verschnürt sind, aber wahre Schätze enthalten."




"Das Labyrinth der Wörter" handelt von einem 45-jährigen Mann, der in seinem Leben noch nichts wirklich erreicht hat. Seine Kumpels und seine Mutter sehen ihn als Trottel und auch er hat nicht viel mehr Selbstbewusstsein, sondern schließt sich häufig der Meinung der anderen an. Er ist immer nur Hilfsarbeiter und wechselt ständig den Arbeitsplatz. Gesellschaftliche Akzeptanz kennt er nicht. Dabei will er doch nur jemand sein.
Genau dieser Mann trifft im Park auf eine alte Frau, die langsam anfängt ihm Geschichten vorzulesen,  oder ihm Wörter erklärt. Er kommt zu seinem ersten Wörterbuch, lernt es einzusetzen und verblüfft damit nicht nur seine Freunde. Vielmehr erstaunt er sich selbst. Wozu er doch fähig ist und dass er auch einmal das letzte Wort haben kann. Die ältere Dame wird allerdings bald ihr Augenlicht verlieren. Der Protagonist ist darüber entsetzt, doch denkt er sich lauter Dinge aus, um der Frau ihre Krankheit zu erleichtern...


"Mit dem Nachdenken anzufangen ist etwa so,wie wenn man einem kurzsichtigen eine Brille gibt. Alles ringsherum kam einem immer ganz okay vor - einfach weil es unscharf war. Und dann plötzlich sieht man die Risse, den Rost, die Mängel, alles was bröckelt.  Man sieht den Tod, die Tatsache, dass man alles eines Tages verlassen muss und das nicht unbedingt auf die lustigste Art und Weise. Man kapiert, dass die Zeit nicht nur vergeht: Sie schubst uns mit beiden Händen jeden Tag ein bisschen weiter dem Tod entgegen. Es gibt nicht mal eine Gratisrunde auf dem Karusell zu gewinnen. Man läuft seine Platzrunde und das war's. Man tritt ab." 

Anfangs fand ich es etwas schwer in die Sprache des Buches reinzufinden. Es war vielmals holprig, da der Hauptdarsteller sich einfach nicht so ausdrücken konnte, und es dadurch oft bei simplen Satzstrukturen blieb. Das störte meinen Lesefluss und ich war etwas verwirrt. Das legte sich allerdings. Am schönsten finde ich Stellen, in der der Protagonist führ ihn schwierige Worte mit Wörterbuchhinweisen erklärt.

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