Donnerstag, 21. Februar 2013

oh, du gute Welt

Aus gegebenem Anlass gibt es nun einen Eintrag anderer Art.
Ich bin nicht unbedingt ein Liebhaber unserer Gesellschaftsstruktur und finde es schade, dass Motive wie Habgier, Egoismus und [..] die Welt zu regieren scheinen.
Umso erfreuter bin ich, wenn ich die Möglichkeit bekomme, all meine Vorurteile zu revidieren. Am Freitag habe ich direkt mehrere Gelegenheiten hierzu bekommen.

Nachdem meine Wohnungstür einfach nicht ins Schloss fallen wollte, weil irgendetwas zu klemmen schien, geriet ich mächtig in Zeitdruck. Ich wollte meinen Zug bekommen und bin mit all meinem Gepäck, was immerhin aus zwei Reisetaschen, meiner Handtasche und einem eingepackten Päckchen bestand, zum Bahnhof gerannt. Fix und fertig habe ich mein Ziel ziemlich knapp erreicht.
Irgendwie ist ein Mann auf mich aufmerksam geworden, der mir all meine Sachen die Treppen hinauf zum gewünschten Gleis transportierte. Ich bin mit leeren Händen und dankbarem Gesichtsausdruck nebenher gelaufen und habe mich ein wenig unwohl gefühlt, weil er mir einfach so kommentarlos geholfen hat. Dort angekommen, stellte er meine Taschen ab und verabschiedete sich. Einfach so.
Ich muss gestehen, dass ich durchaus etwas verwundert war. In manchen Filmen gibt es zwar die Rolle des Prototypes "Gentleman", aber wo begegnet uns so jemand schon im richtigen Leben? Ich war positiv überrascht.
Zufrieden bin ich in einen völlig überfüllten Zug eingestiegen und habe mich nicht getraut mit all meinen Habseligkeiten durch die engen Zugabteile zu laufen und in jeder Tür stecken zu bleiben. Um mich herum standen ebenfalls viele (teils auch ältere) Personen, sodass dieses Unterfangen sowieso bereits aussichtslos schien.
Der Fahrkartenkontrolleur ließ natürlich auch nicht allzu lange auf sich warten und ging mit mürrischem Blick durch die Menschenmenge. Natürlich hatte ich mein Ticket nicht sofort greifbar. Wahrscheinlich sah ich gar sehr mitleiderregend aus, sodass er mir ein paar aufmunternde Worte mitteilte und mir anschließend anbot, dass ich mich doch - falls gewünscht - mit all meinen Gepäckstücken in die erste Klasse begeben dürfe.
So. Dadurch fühlte ich mich nun völlig aus der Bahn geworfen.

Danke an all die Personen, die einem ab und an ein Lächeln ins Gesicht zaubern!


Um diese positive Erfahrung mit anderen zu teilen, war es mir ein Anliegen, sie hier zu veröffentlichen.
Vor den beiden beschriebenen Ereignissen bin ich von meiner Vorgesetzten noch zum Essen eingeladen worden.
Ein gar positiver Tag, mit Menschen, die ich ich besonders hervorheben möchte.

An eigenem Leib konnte ich erfahren, dass es nicht viel Bedarf, um einem anderen eine Freude zu machen. Manchmal ist es schon ein kleines Lächeln in die richtige Richtung, um einer anderen Person ein gutes Gefühl zu vermitteln. Wir lassen so etwas nur leider viel zu oft außer Acht.

Mein Vorsatz für die nächste Zeit wird jedoch darin bestehen, so vielen Menschen, wie nur irgend möglich, ein Lächeln zu schenken. Wer macht mit?

Habt ihr ähnliche Erlebnisse? - ich würde gerne weitere Geschichten dieser Art hören!

Freitag, 15. Februar 2013

Bruschetta in a jar

Seit ich alleine wohne, bin ich häufig mit folgenden Fragen konfrontiert: 
"Was gibt es heute zu essen?" 
"Was muss ich dafür einkaufen? Was habe ich noch im Kühlschrank?"
"Wie kann ich die Reste verwerten?"

Gerade die letzte Frage stellt da immer das größte Problem dar. Das Wegwerfen von Lebensmitteln ist weder ökologisch noch ethisch oder aus Sichten meines Budgets vertretbar. Daher bemühe ich mich bestmöglich, dass alles, was ich irgendwie/irgendwann gekauft habe, verbraucht wird.
Ich habe fast immer Tomaten im Haus. Knoblauch und Brot zählen bei mir ebenfalls zu der Grundausstattung. Ich habe mich sogar so weit diszipliniert, dass ich beinahe vollkommen auf Vollkornbrot umgestiegen bin!
Die Frage was man aus den oben erwähnten Zutaten macht, erübrigt sich schon beinahe. Ich bin ein großer Fan von Bruschetta. 

Jetzt benötige ich aber auch ab und an einen schnellen Snack für die Mittagspause. Natürlich habe ich mir auch zu diesem Zweck bereits getoastete Brote mit der begehrten Tomaten-Zwiebel-Mischung belegt, jedoch endete das meistens so, dass ich dann mittags erfolglos versucht habe, die Tomaten wieder auf mein Brot zu bekommen. Alles ist restlos in der Dose verteilt und ganz ehrlich: es schmeckt doch nur halb so gut, wenn man es zuvor total zermanscht vor Augen hatte.
Also musste eine Alternative her: Bruschetta im Glas. Quasi "to go"...



Der Boden des Glases ist mit einer zerbröckelten, getoasteten Vollkornbrot-Scheibe bedeckt und darauf kamen die Tomaten, die mit wenig Öl und Zwiebeln in einer beschichten Pfanne angedünstet wurden. Ein bisschen mit Salz, Pfeffer, Chili, Kräuter der Provence.. oder was ihr sonst noch so im Haus habt, abschmecken und eventuell etwas Knoblauch hinzufügen (ich bin ein kleiner Knoblauchfanatiker - mein Umfeld dankt es mir!).
Anschließend gebt ihr einfach die Tomatenmischung über das knackige Brot und garniert alles mit Käse. Falls der Käse verlaufen soll, kommt das ganze eben nochmals für ein paar Sekunden in die Mikrowelle, bzw. den Backofen.

Zack. Fertig ist ein schneller Snack für Zwischendurch. Zum Mitnehmen ideal und gleichzeitig sowohl lecker als auch gesund!

Montag, 11. Februar 2013

{travel} Straßburg

Ich habe dank meines freiwilligen Jahres die Möglichkeit bekommen, spontan für drei Tage nach Straßburg zu fahren. Ich war noch nie dort und um ehrlich zu sein auch etwas froh über die Abwechslung.
Zu Anfang des Jahres hatte ich ein klitzekleines Stimmungstief und es wurde Zeit, dass ich wieder aus diesem Loch hervorkomme.
Eine kleine Reise schien da doch gerade das richtige zu sein.
Und das war es auch.
Es war eine Zeit voller unvorhergesehener Momente. Viele Erinnerungen und Eindrücke durfte ich mit nach Hause nehmen. Es hat zwar durchgehend geregnet, aber dennoch ließ sich die Gute Laune nicht beirren und blieb tapfer an ihrem Platz.


Das Ambiente der Stadt ist wirklich schön. Es gibt so viele kleine Gässchen, so viele hübsche Häuser und alles ist irgendwie farbig. 
Leider hatte ich effektiv nur einen Tag Zeit, um die Stadt zu erkunden und somit ist auch viel auf der Strecke geblieben. Vor allem, weil ich die Hälfte des Tages damit zubrachte mich zu orientieren. Meine Karte war einfach so schlecht (es war die letzte Seite eines Restaurant-Führers) und das Navigieren wurde zu einer extrem schwierigen Aufgabe. Die Karte hatte Straßen eingezeichnet, die die Stadt nicht vorweisen konnte und das gleiche Dilemma gab es auch andersherum. Manches fehlte auch einfach komplett. 
Gut, dadurch habe ich Ecken gesehen, die nicht zu den typischen Touristenvierteln gehören - man kann es also auch als Vorteil auslegen.


Ich bin immer noch überrascht, wie "französisch" Straßburg doch bereits ist, obwohl es so nahe an der deutschen Grenze angesiedelt ist. Wenn ich so darüber nachdenke, habe ich damit Punkt 7 (ins Ausland verreisen) & Punkt 8 (eine "neue" Stadt erkunden) meiner aufgelisteten Ziele für 2013 bereits erledigt...
Aber es war einfach sooo kurz. Ich möchte nochmal dort hin. Nochmals nach Straßburg. Wenn die Sonne scheint. Wenn ich mich einfach draußen hinsetzen kann, eine süße Köstlichkeit mit einem Cappuccino genieße und Menschen beobachte. Durch den Regen ist dieses Vorhaben leider sprichwörtlich ins Wasser gefallen.


Abends wurde natürlich typisch französisch gespeist. Wenn ich damit vertrauter wäre, hätte ich an dieser Stelle das Restaurant fotografiert, meine Wahl des Essens präsentiert und zu allem ein Fazit verlauten lassen. Leider habe ich all das nicht gemacht, was mich im Nachhinein schon ein wenig ärgert.
Den Namen und die Adresse gebe ich dennoch bekannt, es lohnt sich nämlich wirklich!
"Au Renard Prechant" (Wo der Fuchs den Enten predigt) ist in der 34 rue de Zurich zu finden und absolut empfehlenswert. Lecker zubereitete Fleischgerichte in rustikaler Atmosphäre bilden ein rundes Gesamtbild.



Ach.. meine Reiselust ist geweckt. Gerne würde ich jetzt meine Tasche packen und für ein paar Tage schon wieder irgendwohin verschwinden. Ich liebe das Gefühl, wenn ich morgens in einer fremden Stadt oder einer fremden Gegend aufwache und weiß, dass ich den Tag nur für mich nutzen kann. Es gibt keine Verpflichtungen. Ich muss zu keinen Verabredungen kommen. Ich kann einfach ganz für mich alleine auf Entdeckungstour gehen. Dann fühle ich mich gleich so richtig wohl.

Mittwoch, 6. Februar 2013

Journal

Ein Monat des Jahres 2013 ist bereits vergangen. Der Januar gehört schon wieder der Vergangenheit an. Alles ging wahnsinnig schnell. Eben haben wir noch die Silvesterkorken knallen lassen und schon befinden wir uns kurz vor der Fastenzeit. 
All diese Ereignisse werden wie jedes Jahr in meinem Journal festgehalten. Nur, dass ich mich diesmal nicht für eine vorgefertigte Version entschieden habe, sondern die Monats-, Wochen- und Tagesübersichten selbst erstellt habe. 


Oft sind es nur Kleinigkeiten, die mich an den handelsüblichen Taschenkalendern stören:
- es gibt keine Monatsübersicht
- die Größe entspricht nicht meiner Vorstellung
- es gibt keinen Platz für andere Eintragungen
- und ganz schlimm: die Wochentage sind in Spalten aufgeführt (ich hasse es so sehr, wenn ich für jedes Wort eine neue Zeile anfangen muss.. wer will seine Eintragungen schon vertikal auflisten?!!)

Es macht ein klein bisschen mehr Arbeit, wenn man auch noch das Grundgerüst erstellen muss, aber dafür habe ich immerhin keinen Grund mehr, um mich zu beklagen.


Mir gefällt übrigens das Zitat, das auf dem Einband des Notizbuches zu finden ist. Es steckt so viel Wahrheit darin und   es passt einfach so gut zu einem Kalender. Ja, es war auch einer der Gründe, warum ich mich ausgerechnet für dieses Blanko-Heft entschieden habe. Innen finden sich im Übrigen weitere Zitate, die aber alle einen Bezug zum Thema "Zeit" herstellen. Vorne ist also zu lesen:

"Nimm dir Zeit zum Denken, es ist die Quelle der Kraft.
Nimm dir Zeit zum Träumen, es bringt dich den Sternen näher."

Wir sollten uns so oft mehr Zeit nehmen. Mehr Zeit für die Dinge, die wir wirklich mögen, statt die täglichen Termine abzulaufen, die zu unserem Pflichtprogramm gehören. Alles ist so geplant und organisiert. Wo bleibt die Zeit zum Luftholen? Die Zeit zum Entspannen? Die Zeit zum Kraft tanken? All das geht unter in all der Hektik, die sich "Leben" nennt. 
Es ist schade, wenn man darüber nachdenkt, wie wenig Zeit wir eigentlich auf dieser Erde haben und wie viel von ihr wir doch verstreichen lassen, ohne Freude daran zu haben. Ich möchte gerne bewusster leben - das sagt sich zwar immer so einfach, ist aber im Grunde wahnsinnig schwer umzusetzen. Man muss immer wieder daran erinnert werden. Diesen Part übernimmt nun also der Einband meines Journals.


Ja, auch wenn also bereits ein Monat verstrichen ist, möchte ich dennoch gerne von Dir erfahren, was Du für eine Art Kalender bevorzugst? Vielleicht gibt es hier ja sogar Menschen, die sich gerne mit der Spalten-Variante auseinander setzen und das viel strukturierter finden?!

Montag, 4. Februar 2013

{Rezept} Macarons

Schon wenn man an Frankreich denkt, denkt man automatisch an all die Köstlichkeiten, die die Franzosen herstellen. Egal ob herzhaft oder süß - die französische Küche ist einfach etwas ganz besonderes. 
Ich habe sehr spontan die Möglichkeit bekommen ein Wochenende in Straßburg zu verbringen.Jetzt liegt diese Stadt zwar nicht weit von der deutschen Grenzen entfernt, jedoch ist sie bereits so französisch, dass man an jeder Ecke mit Leckereien versorgt wird. 
Natürlich wurden auch Macarons probiert. 


Zuhause habe ich mich bisher allerdings nie an die kleinen Kunstwerke herangetraut. Überall ist zu lesen, wie schwierig die Herstellung sei und wie viel man zu beachten habe. Der Gedanke des Selberbackens wurde also immer relativ schnell wieder verworfen. 
Diesmal jedoch nicht! 
Wie sollte ich jemals herausfinden, wie kompliziert sich das Backen gestaltet, wenn ich es bisher nie probiert habe? Inspiriert durch Straßburg und die Besuche in diversen Patisserien, habe ich mich Zuhause also an die Arbeit gemacht und bin im Grunde sogar positiv überrascht - ich mein, es war mein erster Versuch bisher und dafür sind sie doch recht gut gelungen!


Ich habe mir allerdings ein wenig von google helfen lassen und mich an diversen Tipps und Erfahrungsberichten orientiert.
Ich habe also 50g Mandeln, 70g Puderzucker, 36g Eiweiß und 10g Zucker verwendet, um die Schalen herzustellen.

Zuerst werden die Mandeln mit dem Puderzucker gemischt und alles nochmals zerkleinert, sodass am Ende eine Art Mehl entsteht. Dieses wird anschließend noch durch ein Sieb gestrichen, um besonders fein zu werden, sodass sich die Schalen der Macarons am Ende nicht unschön ausbeulen. 
Das Eiweiß wird zusammen mit dem Zucker so lange geschlagen bis es schön schaumig und fest geworden ist. Anschließend hebt man das "Mandel-Puderzucker-Mehl" vorsichtig unter die Eiermasse. Mithilfe eines Spritzbeutels werden nun kleine Kreise des Teiges auf ein - mit Backpapier ausgelegtes - Blech gesetzt und all das lässt man für ca. 12 Minuten antrocknen. In dieser Zeit bildet sich eine dünne Haut auf der Rundung der späteren Schalen.
Der Ofen wird in der Zwischenzeit auf 150°C Umluft vorgeheizt. Nach der Ruhezeit kommen die Macarons für ca. 13 Minuten in den Ofen, wobei die Temperatur auf 140°C gesenkt wird, nachdem sich die kleinen berüchtigten "Füßchen" der Macarons ausgebildet haben.

Während die Schalen auskühlen, habe ich bereits die Ganache angerührt. 200g Zartbitterschokolade wurde mit 100g Sahne erhitzt und solange verrührt, bis eine einheitliche Masse entstanden ist. Anschließend habe ich etwas löslichen Kaffee mit heißem Wasser übergossen und alles zur Schokolade hinzugefügt, um ein Kaffee-Aroma zu erhalten.
Die Ganache lässt man kühl und fest werden und trägt sie dann jeweils zwischen zwei Schalen auf. 


Ich habe die Schalen noch etwas zu groß werden lassen - das muss ich das nächste Mal beachten. Gleichzeitig ist es wichtig, das Blech zum Auskühlen an einem sicheren Ort zu verwahren, da es sonst ganz schnell gehen kann und die Schalenpärchen unvollständig sind - Familienmitglieder bedienen sich nur allzu gerne an frisch gebackenen Süßwaren!!!