Dienstag, 25. Februar 2014

weil Schifoan is des leiwandste

I Steh Am Gipfel - Schau Obe Ins Tal
A Jeder Is Glücklich, A Jeder Fühlt Si Wohl
 
Es gibt kaum ein schöneres Gefühl, als auf einem Gipfel zu stehen und in die Ferne zu blicken. Die Maßstäbe verschwimmen und man genießt einfach nur den Augenblick. Allein aus diesem Grund liebe ich die Berge.
Wenn ich dann gleichzeitig noch den vertrauten Druck meiner Skischuhe spüre und auf unberührte Pisten hinunterblicken darf, fängt mein Herz an zu hüpfen.
 
Das sind die Momente, die man mit der Kamera nicht einfangen kann. Wenn ich mein Tuch über die Nase ziehe, weil der kalte Fahrtwind mir den Atem raubt. Wenn ich den Abhang hinunterblicke, den ich gleich befahren werde. Wenn ich mich dann voller Euphorie der Geschwindigkeit hingebe...
dann fühle ich mich richtig lebendig!
 

Ich liebe den Winter und ich liebe es mit Skiern die Alpen zu erkunden. Ich bin gerne auf der Piste unterwegs und lasse mir auf urigen Berghütten einen Almdudler schmecken, den ich mir auch wirklich verdient habe.
Wenn dann noch das Wetter mitspielt und der ein oder andere Sonnenstrahl die Laune hebt, dann weiß ich wieder, warum die kalte Jahreszeit durchaus auch seine Vorzüge haben kann.

Gemeinsam mit guten Freunden aus der Heimat war ich in diesem Jahr in Sölden zum Skifahren und wir haben eine wundervolle Woche genießen können.
Ich glaube, das ist die einzige Woche im Jahr, in der ich es schaffe, bereits morgens motiviert zu sein. Die Müdigkeit wird einfach heruntergeschluckt und spätestens in der Gondel ist sie völlig vergessen. Der erste Schritt nach draußen wird durch das Geräusch von knirschendem, gefrorenen Schnee belohnt und das ist es allemal wert!

 
Wenn dann mittags die Oberschenkel brennen und man sich einen Germknödel mit Vanillesauce und Mohnzucker gönnt, dann stellt sich eine Zufriedenheit ein, die ich im Alltag häufig vermisse.
Irgendwie gibt es mir ein Gefühl von Freiheit, wenn ich durch unberührten Schnee oder über perfekt präparierte Pisten gleiten darf. Dann bin ich plötzlich völlig bei mir und kann mich nur auf den nächsten Schwung konzentrieren.
 
Und Wann Der Schnee Staubt
Und Wann Die Sunn Scheint
Dann Hab I Alles - Glück In Mir Vereint
 
Das sind die wenigen Momente, in denen ich nicht nach links oder rechts schaue, sondern mich einfach auf mich selber und meinen Körper verlasse. Ich muss mich nicht mehr vergleichen, denn ich bin nur noch für mich verantwortlich.
Und siehe da.. es klappt!
Dieses Gefühl ist so wichtig für mich, dass ich davon das restliche Jahr über zehre. Mal mehr, mal weniger. Aber es tut gut zu wissen, dass man an sich glauben kann und dies auch auf andere Situationen übertragen kann.
 

Zum Glück hat mich meine Familie schon in meiner Kindheit mit diesem Sport bekannt gemacht und zum Glück habe ich Freunde, die meine Leidenschaft teilen.
Denn dadurch kommt es in jedem Jahr auf's zu wunderschönen Momenten und Augenblicken, die wir vollkommen genießen.

Denn ganz ehrlich: Was gibt es schöneres, als den Horizont zu sehen und gleichzeitig zu wissen, dass man sich gleich einer unbeschwerten Fahrt ins Tal hingeben kann.



Weil Schifoan Is Des Leiwandste,
Was Ma Si Nur Vorstell´N Kann

Donnerstag, 20. Februar 2014

Wie viel tut uns gut?

Viel Zeit ist vergangen, seit ich mich das letzte Mal hier gemeldet habe.
Es ist einiges geschehen, ich habe neue Dinge gesehen und erlebt und ich habe mich wieder intensiver mit mir selbst beschäftigt.
Aber du kennst das bestimmt. Irgendwann sammeln sich so viele Gedanken an, dass man kaum noch in der Lage ist, diese zu strukturieren und zu ordnen. Stattdessen kommen weitere Einflüsse hinzu und am Ende bleibt eine leichte, aber stetige Unzufriedenheit zurück.
 
Ich habe in letzter Zeit oft darüber nachgedacht, warum wir eigentlich so leben, wie wir leben.
Jeder kennt das. Man möchte immer noch ein kleines bisschen mehr. Ein kleines bisschen mehr Freizeit wäre doch ganz schön. Ein kleines bisschen mehr Gehalt würde mir durchaus weiterhelfen. Meine Wohnung könnte ruhig ein kleines bisschen größer sein.
 
Aber wie viel tut uns eigentlich gut?
 
Ich bin in der Vergangenheit bereits auf verschiedene Menschen gestoßen. Menschen, die viele Reichtümer angehäuft oder übereignet bekommen haben und Menschen, die wirklich sehen müssen, dass sie ihr Leben nicht vollkommen vor die Wand fahren. Kann man daran aber pauschal feststellen, wer am Ende glücklicher ist?
 
Manchmal scheint es als messen wir uns tatsächlich nur noch anhand unserer Besitztümer und irgendwie sagt keiner, dass er sich in diesem System unwohl fühlt. Im Gegenteil. Wir konsumieren fleißig. Kaufen das, was die Werbung für gut befindet und profilieren uns mit unserem neuen Auto.
 
Jeder weiß, dass es nicht der Besitz ist, der uns glücklich macht. Trotzdem vergessen wir diesen wichtigen Punkt nur allzu gerne. Ich mein, vielleicht brauchen wir den großen Fernseher, den es dort im Sale gibt wirklich, um dazuzugehören. Aber vielleicht auch nicht. Alleine das TV-Programm anzuschauen, während sich die Freunde auf ein Eis treffen, kann nicht die Wunschvorstellung sein. Da hilft auch die neue Kuscheldecke nichts, die das Sofa verschönert.
 
Ich möchte diesen Frühling bewusst starten und meine Einstellung zu verschiedenen Dingen ein bisschen überdenken. Gerne würde ich jeden, der sich diese paar Zeilen hier durchgelesen hat, zum Mitmachen animieren und ich freue mich, wenn ich auch Ergebnisse zu sehen bekomme.
 
Im März werde ich mir jeden Tag die Zeit nehmen, von dem Moment ein Foto zu machen, in dem ich mich richtig wohlgefühlt habe. Egal, ob dieser Moment alleine beim Spazierengehen stattgefunden hat, oder ob ich in diesen paar Sekunden einen Kaffee bei einer Freundin genießen durfte. Zudem werde ich mir jeden Abend vor dem Einschlafen einen Satz überlegen, der mich über den Tag hinweg berührt hat.
Eine Zusammenfassung gibt es dann im April hier zu sehen und ich bin gespannt, wie viele der "schönsten Momente" dann tatsächlich im Kaufhaus oder vor der neuesten technischen Errungenschaft stattgefunden haben.
 
Wir wissen alle, dass das Leben aus mehr besteht. Warum suchen wir dann nicht danach?