Donnerstag, 20. Februar 2014

Wie viel tut uns gut?

Viel Zeit ist vergangen, seit ich mich das letzte Mal hier gemeldet habe.
Es ist einiges geschehen, ich habe neue Dinge gesehen und erlebt und ich habe mich wieder intensiver mit mir selbst beschäftigt.
Aber du kennst das bestimmt. Irgendwann sammeln sich so viele Gedanken an, dass man kaum noch in der Lage ist, diese zu strukturieren und zu ordnen. Stattdessen kommen weitere Einflüsse hinzu und am Ende bleibt eine leichte, aber stetige Unzufriedenheit zurück.
 
Ich habe in letzter Zeit oft darüber nachgedacht, warum wir eigentlich so leben, wie wir leben.
Jeder kennt das. Man möchte immer noch ein kleines bisschen mehr. Ein kleines bisschen mehr Freizeit wäre doch ganz schön. Ein kleines bisschen mehr Gehalt würde mir durchaus weiterhelfen. Meine Wohnung könnte ruhig ein kleines bisschen größer sein.
 
Aber wie viel tut uns eigentlich gut?
 
Ich bin in der Vergangenheit bereits auf verschiedene Menschen gestoßen. Menschen, die viele Reichtümer angehäuft oder übereignet bekommen haben und Menschen, die wirklich sehen müssen, dass sie ihr Leben nicht vollkommen vor die Wand fahren. Kann man daran aber pauschal feststellen, wer am Ende glücklicher ist?
 
Manchmal scheint es als messen wir uns tatsächlich nur noch anhand unserer Besitztümer und irgendwie sagt keiner, dass er sich in diesem System unwohl fühlt. Im Gegenteil. Wir konsumieren fleißig. Kaufen das, was die Werbung für gut befindet und profilieren uns mit unserem neuen Auto.
 
Jeder weiß, dass es nicht der Besitz ist, der uns glücklich macht. Trotzdem vergessen wir diesen wichtigen Punkt nur allzu gerne. Ich mein, vielleicht brauchen wir den großen Fernseher, den es dort im Sale gibt wirklich, um dazuzugehören. Aber vielleicht auch nicht. Alleine das TV-Programm anzuschauen, während sich die Freunde auf ein Eis treffen, kann nicht die Wunschvorstellung sein. Da hilft auch die neue Kuscheldecke nichts, die das Sofa verschönert.
 
Ich möchte diesen Frühling bewusst starten und meine Einstellung zu verschiedenen Dingen ein bisschen überdenken. Gerne würde ich jeden, der sich diese paar Zeilen hier durchgelesen hat, zum Mitmachen animieren und ich freue mich, wenn ich auch Ergebnisse zu sehen bekomme.
 
Im März werde ich mir jeden Tag die Zeit nehmen, von dem Moment ein Foto zu machen, in dem ich mich richtig wohlgefühlt habe. Egal, ob dieser Moment alleine beim Spazierengehen stattgefunden hat, oder ob ich in diesen paar Sekunden einen Kaffee bei einer Freundin genießen durfte. Zudem werde ich mir jeden Abend vor dem Einschlafen einen Satz überlegen, der mich über den Tag hinweg berührt hat.
Eine Zusammenfassung gibt es dann im April hier zu sehen und ich bin gespannt, wie viele der "schönsten Momente" dann tatsächlich im Kaufhaus oder vor der neuesten technischen Errungenschaft stattgefunden haben.
 
Wir wissen alle, dass das Leben aus mehr besteht. Warum suchen wir dann nicht danach?
 

Kommentare:

Hauptstadtliebe hat gesagt…

Ich find den Text toll. Er regt zum Nachdenken an. Ich freu mich auf die Zusammenfassung. :)

Nini und ihre Freunde hat gesagt…

Da hört sich nach einem interessanten Vorhaben an! Ich bin gespannt, was rauskommt bei den Fotos und Sätzen. Gute Idee!

LG,

Nini

Summer.Rain hat gesagt…

Toller Text meine Liebe! ♥
Auf die Fotos freue ich mich schon sehr! ♥

DANANE hat gesagt…

Ich habe deinen Text wirklich gern gelesen. & ich stimme dir zu 100% zu.
Auf meinem Blog habe ich das Thema auch 1-2 mal angesprochen. & das was du gerade fühlst, fühlt ich in meinem Herzen genauso an.
Was nützen uns die vielen materiellen Dinge, wenn wir sie nicht teilen können? Wenn uns der materielle Reichtum wichtiger ist als der mit Freunden.

Ich bin auf jedenfall bei deiner Aktion dabei.

Liebste Grüße

Sabine hat gesagt…

Das ist ein schönes Projekt. Erinnert mich ein bisschen an mein "Collect memories not things", auch wenn es anders aufgebaut ist und nicht genau auf dasselbe abzielt. Viel Erfolg dabei! Ich bin gespannt auf den Eintrag.

mvdl hat gesagt…

Sehr schöner Text :) Und sehr wichtige Thematik. Zufriedenheit mit dem, was man hat erlangen, ist glaub ich der Schlüssel.

yase hat gesagt…

Was brauche ich? Was ist genug? Und wo beginnt der Überfluss?
Was ist wichtig. Was Essenziell?
Seit ich 19 bin, lebe ich ohne Fernseher. Ich kann nie mitreden, nicht über Serien, nicht über Castingshows. Kein Tatort.
Meine Freunde lieben mich, weil ich zuhöre, hinhöre, mitleide, mitfreue... Weil ich Zeit habe.
Ich bleib in deinem Blog, weil ich wissen will, was du mit deinen Fragen machst...
Herzlichst
yase