Sonntag, 8. Februar 2015

"You can't buy happiness - but you can buy a lift pass"

Vor Weihnachten ist meine Stimmung permanent gesunken. Dabei habe ich viel erlebt in 2014. Ich war viel unterwegs, habe viel gesehen und habe drei Wochen in Devon/England gearbeitet. Mein Kopf war voll mit tollen Erfahrungen und trotzdem saß ich im November und Dezember oft am Fenster und habe mich eingesperrt gefühlt. Eingesperrt in der Stadt, die ich als Wahlheimat auserkoren habe, Plötzlich spürte ich nicht mehr das Leben, das in den Straßen pulsierte, sondern nahm nur noch das Fehlen der Natur wahr.

Über Weihnachten hatte ich dann zwei Wochen Urlaub, die ich bei meiner Familie in der Rhön verbracht habe. Und plötzlich merkte ich, was da so schwer gegen meine Brust drückte und mich am Aufatmen hinderte. Es war das Fehlen von Sauerstoff. Das Fehlen von der Freiheit, einfach nach Draußen zu kommen. Das Fehlen von den Möglichkeiten, die man einfach nur ergreifen braucht. Ich habe mich dabei beobachtet, wie ich von Tag zu Tag wieder aufgetaut bin und habe gemerkt, dass ich eindeutig kein Mensch der Stadt bin.

Mit diesem Wissen bin ich zurück nach München gekommen und es wurde besser. Ich nutze meine Wochenenden aktiver. Samstags oder sonntags bin ich in die nahegelegenen Berge gefahren und ich bin nun auch endlich Mitglied im Alpenverein.

Meine Liebe zum Leben auf Skiern ist unangefochten. Im Rausch der Geschwindigkeit das Kratzen der Kanten auf präparierten Pisten zu hören, ist für mich ein unbeschreibliches Gefühl. In Wolken aus Schnee zu fahren, wenn man abseits in den unberührten Stellen fährt, ist noch Neuland für mich, erfordert noch einiges an Übung, aber nimmt mich völlig gefangen. Ich sitze mit roten Wangen und einem breiten Lächeln im Gesicht im Lift und freue mich über die Tage, die ich über der Wolkendecke verbringe.

Und siehe da: Mir fällt das Aufstehen am Montagmorgen gar nicht mehr so schwer. Meine Arbeit macht mir schließlich Freude, und solange ich die Straßen Münchens von Zeit zu Zeit hinter mir lassen kann, ist die Stadt auch nach wie vor ein Ort, an dem ich mich gerne aufhalte. Ich betrachte es als "Zuhause auf Zeit" und möchte den Aufenthalt weiterhin genießen!